Also was ist ein „Weißer Elefant?

Grad neulich hat mir eine pensionierte Beamtin aus dem Wissenschaftsministerium das Stichwort zur Selbstbestimmung geliefert. Ich bin ein „weißer Elefant“. Einer der zu viel verdient, dem sie keine Arbeit mehr geben, der im Büro sitzt und nicht weiß, wie er die Zeit totschlagen soll. Dem sie einfach keine Arbeit mehr geben wollen. Obwohl ich genug Erfahrung hätte. Wissen eh auch, klar. Führungskompetenz.

Aber die Firma strukturierte so lange um, bis sich wie in der Reise nach Jerusalem kein Platz mehr für mich fand. Dabei habe ich selber dazu beigetragen, dass Strukturen vermittels Change Management verändert wurden. Ich habe Einsparvorschläge gemacht. Einige davon wurden umgesetzt, andere erschienen (unternehmens-)politisch zu heikel.

Eine Erkenntnis, fundamental, dämmerte mir nach einigen Jahren erst: Alles ist Testosteron-getrieben. Echt jetzt. Und das ist nun mein Blog, in welchem ich in regelmäßigen Abständen von meinen Erlebnissen erzählen werde. Was sich so im Leben eines 58-jährigen tut, der in einem international agierenden Konzern sitzt, gut verdient und der sich nicht mehr einbringen kann.

Es gibt Leute, die brennen bei so etwas aus. Manche fangen an zu Saufen. Habe ich auch schon gemacht, hilft nur nichts. Außerdem hat mir irgendwann eine Ärztin gesagt, was ich eh schon spürte: das ist zu viel Alkohol, den Sie da in sich reinkippen, Ihre Leberwerte sind eine Katastrophe. Na gut, dachte ich mir, dann eben nicht mehr. Tut mir eh nicht gut, die Figur geht aus dem Leim, das geht in meinem Alter nimmer mehr so einfach wieder weg. Dann wäre ich auch noch eitel, also das geht auf die Dauer tatsächlich nicht.

Ich glaub, ich werde immer wieder mal Rückblenden machen. Schließlich sind einige der jetzigen Erlebnisse mit Erfahrungen aus der Vergangenheit oft in einem recht eigenen Licht zu sehen.

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