Wieder einmal eine neue Stelle intern ausgeschrieben

Nun hab ich mich intern auf eine Stelle beworben. Was mich immer wieder fasziniert: obwohl vermutlich die Leute in der HR-Abteilung alle beisammen sitzen will jedeR für eine neue Vakanz zuständige BearbeiterIn immer wieder aufs Neue meinen Lebenslauf hören. Okay, schon klar. Die Leute wollen einfach ein Gefühl für mich bekommen. Aber geht das auch anders? Mich langweilt das mittlerweile, jedes Mal den Lebenslauf erneut vorzutragen. Aber nun denn, es sei. Mit unterschiedlichen Gewichtungen kann ich das dann natürlich auch vortragen. Eröffnet ja auch Chancen, beispielsweise meine Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen.

Wie immer verlief das Gespräch unaufgeregt und sachlich, die neue Sachbearbeiterin war auch unaufgeregt und nett. Wie immer, versprach sie mir, sich in 2-3 Wochen wieder zu melden. Sie würde ja nur vorsortieren, die Bereichsleitung würde dann entscheiden. Und dann gäbe es voraussichtlich ein Assessment Center. Auch gut. Endlich ein Assessment. Da würde es für mich vielleicht ein wenig besser aussehen. Wenn ich denn soweit käme, heißt das. Wir werden sehen. Ich werde weiter berichten.

Mittlerweile ist meine Abteilung in heller Aufregung. Die von mir vor einem Jahr vorgeschlagenen Veränderungen werden nun anscheinend in einigen Teilbereichen umgesetzt. Klar, dass ich diesmal auch wieder nicht dabei sein werde. Das machen nunmehr die Jungen. Sei ihnen wohlvergönnt. Irgendwie macht das ja auch Spaß: zuzusehen, wie sie das Rad von neuem erfinden und sich abmühen. Mancherlei dieser Späße hätte ich von vorneherein einfach nicht angefangen, aber sie tun’s halt in ihrem Eifer und sind eh nett zu beobachten, wie ernst sie sich und das Projekt und andere auch nehmen. Das erinnert mich daran, dass ich wohl auch so war und mit demselben Eifer mich in die Projekte geworfen habe, die seinerzeit vielleicht noch ein wenig einfacher waren. Ich gebe zu: die Komplexität ist gestiegen. Aber ist das eine Frage des Alters, dass ich so empfinde? Ich habe kürzlich davon gelesen, welche Fragen sie den StudentInnen an der Oxford University bei deren Aufnahme-Interview stellen. Also entweder ist das nicht so komplex im Vergleich, oder ich habe einfach einen verspielteren Zugang zu den Themen, welche da angeführt wurden.

Bis zu der Benachrichtigung durch die HR-Abteilung muss ich mich also noch gedulden. Zwischenzeitlich werde ich also Blog-schreiben. Telefonate mit potentiell neuen Arbeitgebern führen. Das werden eher wenig sein, weil es einfach kaum was gibt, zumindest nicht veröffentlicht. Die Headhunter von früher sind auch nicht mehr an mir interessiert, auch denen dürfte ich mittlerweile zu alt sein.

Eigentlich sollte ich ins Freie und die Herbstsonne genießen beziehungsweise zum Radeln nutzen. Aber so einfach ist das nicht. Ich muss ja auch irgendwie die Zeit hier verbringen. Ab und an bin ich dann auf einem dienstlichen Weg, wenn ich mich extern irgendwo vorstelle oder ein Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen von der Konkurrenz oder einem anderen Interessenten habe. Aber wirklich zielführend war bisher noch nichts. Der Punkt ist, dass mir einige schon gesagt haben, sie seien interessiert an mir. Aber akkurat im Moment hätten sie halt nichts. Vielleicht in einem Jahr, oder so. Das hilft auch nicht wirklich.

Also wieder einmal: warten und sich in Geduld hüllen. Das war allerdings auch noch nie meines. Das Leben stellt gerade wieder einmal sehr merkwürdige Dinge mit mir an.

 

 

 

 

 

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